Susanne & Stefan Herz in Edmonton, Alberta

Bilder zum Vergrössern anklicken






Ein paar Aufnahmen von Henriette

















Die neue Visitenkarte




Eis auf dem zugefrorenen North Saskatchewan River




Baby Back Ribs

Das Restaurant blieb in der ersten Januarwoche geschlossen, und so hatte Stefan eine Woche Urlaub, den wir für kleinere Touren rund um Edmonton nutzen wollten. Dabei sollte Stefans neue Kamera ausprobiert werden, die er sich erst im neuen Jahr gekauft hat, weil die Mehrwertsteuer zum 1. Januar von 6% auf 5% gesenkt wurde. Er wollte sich den Traum von einer digitalen SLR von Nikon eigentlich zum Abschluss seines Studiums erfüllen, andere Investitionen waren in den letzten zwei Jahren jedoch wichtiger. Die kommenden Bilder werden also vermutlich eine bessere Qualität haben und ausserdem wird das Format nun 3:2 statt 4:3 betragen. Die ersten Bilder entstanden bereits nach wenigen Minuten, und die Bedienung ist wesentlich einfacher als gedacht, da Nikon das bewährte Konzept der analogen F-Serie soweit es geht übernommen hat.


Henriette hatte leider eine kleine Erkältung, so dass wir doch nicht so viel unternehmen konnten wie erhofft. Wir waren auch mit ihr beim Arzt, aber Medikamente mussten wir ihr nicht geben, lediglich ein wenig Salzlösung für die trockene Nase. Ein weiterer medizinischer Termin war eingeplant, nämlich Henriettes erste Impfung. Nach den drei Spritzen hat sie so laut geschrien, wie wir es von ihr noch nie gehört hatten. Es lag vielleicht auch daran, dass es mitten in ihrer eigentlichen Mittagsruhe war, denn nach ein paar Minuten im Kindersitz war sie wieder ganz ruhig und sehr schnell eingeschlafen. Regelmäßig gehen wir nun in das Klavierzimmer im Untergeschoss und machen mit Henriette Musik, singen und spielen ihre Lieblingslieder, die sie von diversen Cds kennt. Sie ist ganz fasziniert davon und haut auch schon mal auf die Tasten.


Im Januar sind auch noch einige Weihnachtspäckchen angekommen, so wie unsere Päckchen wiedermal zu spät in Deutschland gelandet sind. Wir waren auch noch dabei, ein versprochenes Weihnachtsgeschenk für Geralds Polsterei-Geschäft zu entwerfen, nämlich neue Visitenkarten. Per eMail wurde der Entwurf zum Drucken gesandt und nun müssen wir ca. zwei Wochen auf die Lieferung warten.


Anfang Januar waren wir mit Claudia und Ronny bei einem kleinen italienischen Restaurant, wo Claudia, die ihren Geburtstag feierte, als Bedienung arbeitet. Der Besitzer sucht gerade nach einem neuen Koch, und so gab es Gelegenheit, sich mit ihm bekannt zu machen, denn Stefan überlegte, ab Februar die Stelle zu wechseln. Im Blue Chair ist die Stimmung doch recht gespannt, eine Kollegin ist sich offenbar zu fein zum Arbeiten, zwischen der Küchenchefin und dem Boss gibt es auch Unstimmigkeiten und was gestern noch richtig war, kann heute bereits falsch sein. Das Kochen an sich macht zwar Spass, aber das Arbeitsklima ist ziemlich schlecht. Es ist auch interessant zu sehen, wie verbissen die sonst nach aussen so freundlichen Canadier sein können. Im Blue Chair zu bleiben bis Stefan im April den Vaterschaftsurlaub antritt, hat jedoch einige Vorteile bezüglich des Vaterschaftsgeldes und der späteren Wiedereinstellung. Also haben wir entschieden, die nächsten zwei Monate durchzuhalten.


Kurz vor Weihnachten hatten wir ePost aus Wien von zwei jungen Leuten, die im Januar nach Edmonton kamen. Marianne war bereits zu Silvester angekommen um eine Wohnung für sich und Daniel zu finden, der zwei Wochen später mit unserer Hilfe vom Flughafen abgeholt wurde. Daniel wird hier seine Diplomarbeit schreiben und Marianne nach Arbeit ausschau halten. Im Sommer soll es dann auf eine große Reise gehen. Die beiden haben schon viel Auslandserfahrung und kommen gut zurecht. Sie verbrachten auch einen Abend bei uns mit Abendessen und einigen Flaschen selbstgemachten Weines. Bei der Gelegenheit gab es eine neue Eiskreation: Balsamico-Eiscreme. Da wir für das Eis immer nur die Eigelbe verwenden sammelt sich das Eiweiß im Tiefkühlfach an, für welches wir aber inzwischen Verwendung haben. Es wird zu Russisch Brot verarbeitet.


Am Sonntag, 27. Januar, hat es gegen Mittag angefangen zu schneien. Dazu fiel das Quecksilber von -4 °C auf -28 °C und es wurde windig. Als Stefan gegen 16 Uhr nach Hause kam musste er erstmal 15 Minuten verwehten Schnee vor der Garage wegschaufeln. Unseren üblichen Sonntagseinkauf haben wir wegen der widrigen Bedingungen ausfallen lassen und den Pizzaservice bemüht, der erstaunlicherweise sogar schneller war als üblich. Die ganze Nacht hat es geschneit und geweht, sowie auch am Montag und Dienstag. Fast überall musste die Schule ausfallen, da die Schulbusse ausfielen. Die Tage brachten Höchstwerte von -28 °C, der Tiefstwert auf unserem Thermometer war -34.8 °C. Zusammen mit dem Wind gefühlte Temperaturen von bis zu -60 °C. Zum Glück brauchten wir nicht aus dem Haus.


Bei den Temperaturen verträgt man auch mal eine große Portion Fleisch. Für jeden ein ganzes Rippenstück eins mit Pfeffer und Salz, das andere mariniert mit Barbecue-Sauce. Zum Glück haben wir immer einen Whisky zum Verdauen im Haus.


Fortsetzung in: