Susanne & Stefan Herz in Edmonton, Alberta

Bilder anklicken zum Vergrößern



-















Jacob




Jacob und Grosseltern




Gerald und Christina

Unser Weg nach Canada


April 2006


Mit dem kurz bevorstehenden Abschluss von Stefans Studium rueckten unsere Auswanderungsplaene in greifbare Naehe. Wir planten, im Mai Susannes Eltern zu besuchen, die im September 2004 nach Edmonton gingen. Das brachte auch die Gelegenheit, uns vor Ort nach potentiellen Jobs zu erkundigen. Ausserdem wollte Susannes Dresdner Oma ihren 80ten Geburtstag gern in Canada feiern. Also haben wir fuer uns im Internet drei Fluege gebucht. Am 28. April wird es von Dresden ueber Muenchen und Toronto nach Edmonton gehen. Bis dahin gab es jedoch noch viel Arbeit, denn Stefan musste seine Magisterarbeit noch beenden, drucken lassen und abgeben. Susanne war dabei eine grosse Hilfe.


Vor Ostern verbrachten wir drei Tage bei Susannes Oma in Jahrstedt. Das Wetter liess leider keine Ausfluege zu und der Marder hat sich an den Zuendkabeln nicht zurueckhalten koennen, weshalb wir uns in diesen Tagen ueberwiegend im Haus beschaeftigten, z.B. mit dem Anschauen von Familienbildern.


Am Ostersonntag wurde Stefans Neffe und Patenkind Jacob getauft. Er war einer von drei Taeuflingen. Nach dem Gottesdienst besuchten Jacobs Gaeste den Bibelgarten in Oberlichtenau. Leider war auch hier das Wetter nicht auf unserer Seite.

Am 24. April hat Stefan, nachdem er die letzte Nacht noch zum Korrekturlesen und den Morgen zum Nachbessern genutzt hat, die Magisterarbeit binden lassen und gleich im Pruefungsamt abgegeben. Ein schoenes Gefuehl, wenn man den letzten Akt des Studiums hinter sich bringt und der Stress der letzten Wochen mit einem Mal wie weggeblasen ist. (Als Belohnung gab es eine CD mit Musik von Johann Friedrich Fasch.)


Ausserdem konnten wir uns nun richtig auf den Urlaub in Canada freuen. Den Vorabend unseres Abfluges verbrachten wir mit Stefans Mutter in Dresden. Sie fuhr uns dankenswerterweise zum Flughafen. Der Hinflug nach Edmonton ueber Toronto war auf Grund der Laenge sehr anstrengend, zumal es in Toronto Anschlussschierigkeiten gab und wir noch zwei Stunden Verspaetung in Kauf nehmen mussten. Geschafft aber gluecklich konnten uns Susannes Eltern, Gerald und Christina, die wir zu Weihnachten 2004 zuletzt gesehen hatten, in Edmonton empfangen.








Mai 2006


Bereits in den ersten Tagen konnten wir viele Bekannte von Susannes Eltern kennenlernen, hatten eine gemuetliche Geburtstagsfeier, besuchten unsere bevorzugten Einkaufscenter und machten Ausfluege in den Elk Island National Park und nach Devonians Garden. Ausserdem wurden wir mit den weltbesten Rindersteaks vom BBQ verwoehnt.


Am ersten Sonntag im Mai hat uns Susannes Grosstante Beate zum deutschen Gottesdienst eingeladen und danach zum Essen beim Chinesen Beejing Buffet „ausgenommen“. („take out for lunch“)


In der zweiten Woche wollten wir bei einigen Stellen unsere Bewerbungsunterlagen abgeben. Unsere Einwanderungsberater haben uns bei der Erstellung der Lebenslaeufe ein wenig helfen duerfen. Beim Kopieren im Bueroausstatter „Staples“ erlebten wir wiedereinmal in Deutschland unvorstellbare Dinge: Mit der Kreditkarte zu bedienende Kopiergeraete.


Um unabhaengiger zu sein, haben wir uns fuer eine Woche ein Auto gemietet. Ueberall stehen Schilder, dass Mitarbeiter gesucht werden. Allerdings brauchen die Arbeitgeber die Leute sofort. Wir haben jedoch noch kein Arbeitsvisum und suchen Arbeit um ein solches zu bekommen. Immerhin konnten wir bei einigen Stellen, u.a. Winspear-Centre fuer Musik, dem Rundfunksender CBC, einem weiteren Radiosender und einem Event-Planer unsere Bewerbung abgeben.


Zum 80. Geburtstag von Susannes Oma hatten wir einen Tisch zum Mittagsbuffet im Restaurant LaRonde reserviert. Aus der 23. Etage hat man dort einen tollen Blick über die Innenstadt von Edmonton und den North Saskatchewan River. Am Ufer gegenüber ist das Muttart Conservatory, welches wir nach dem Essen besuchten.


Bei unserem Einwanderungsberater haben wir die noetigen Unterlagen unterschrieben. Er hat bei einem befreundeten Steuerberater wegen eines Jobs für Susanne angerufen. Wir haben Ken bereits an unserem ersten Urlaubstag kennengelernt, denn er ist der Steuerberater von Susannes Eltern. Susanne hat nun bereits eine Zusage für eine Arbeit als Buchhalterin. Damit können wir nun ein Arbeitsvisum beantragen. Für Stefan besteht noch die Möglichkeit, ein offenes Arbeitsvisum zu bekommen. Die Chancen dafür sind jedoch nicht so gut, da es jährlich nur eine begrenzte Anzahl gibt, die im Mai normalerweise ausgeschöpft ist.


Bis zu unserem Rückflug am 23. Mai besuchten wir noch einige Sehenswürdigkeiten von Edmonton und Umgebung, darunter das Reynolds-Alberta (Verkehrs-) Museum, Fort Edmonton Park und den Valley-Zoo.


An vielen Abenden fieberten wir mit den Edmonton Oilers mit, die sich in der Nordamerikanischen Eishockeyliga durch die Play-Offs kaempften und erst im siebten Spiel des Finales um den Stanley-Cup von den Carolina Hurricanes bezwungen werden konnten.


Am 24. Mai sind wir wohlbehalten in Dresden gelandet und wurden von Stefans Bruder Thomas und dem Neffen Jacob auf dem Flughafen empfangen. Nachdem wir die Oma nach Hause gebracht hatten, berichteten wir bei einer Tasse Kaffee von unserer Reise. Später am Abend hatte Stefan endlich wieder Gelegenheit am Klavier in die Tasten zu hauen.


Wir haben wiedereinmal mehrere Tage gebraucht um den Jet-Lag zu überwinden. Das wurde auch dadurch erschwert, dass wir keine festen Termine und keinen regelmaessigen Tagesablauf (Uni bzw. Arbeit) erfuellen mussten. Stefan will für den Rest des Semesters noch das Forschungskolloquium besuchen, aber das findet nur alle zwei Wochen statt. (Die Präsentation der Magisterarbeit war für Mitte Juli geplant, ist dann jedoch mangels Beteiligung doch ausgefallen.) Ansonsten wartet er nur auf das Ergebnis der Magisterarbeit.


Susanne hatte einen Termin beim Arbeitsamt. Die Beantragung ihres Arbeitsvisums für Canada läuft über das deutsche Arbeitsamt, da es sich um ein Programm zum Austausch junger Arbeitskräfte handelt. Dafür könnte es sogar Beihilfe zu den Umzugs- und Reisekosten geben. So richtig glauben wir daran nicht, aber man kann es ja probieren. Wir muessen drei Angebote von Speditionen einholen.







Rinder-Steak






Oma Inge im La Ronde


Muttart Conservatory vom

La Ronde aus



Im Muttart Conservatory (Susanne, Inge, Beate, Gerald)




Das historische Fort Edmonton




Parade zum Victoria-Day im Fort Edmonton Park











Juni 2006


Das Pfingswochenende haben wir in Lauchhammer bei Stefans Familie verbracht. Stefan konnte ein wenig bei Thomas Hausbau und im Garten von seiner Mutter helfen. Ausserdem hatten wir viel von unserer Reise zu berichten und feierten Thomas' Geburtstag.


Obwohl wir noch kein Arbeitsvisum haben überlegen wir nun bereits, welche unserer Habseligkeiten wir mit in die neue Heimat nehmen wollen. Bei vielen Sachen, vor allem bei den nun schon abgewohnten Möbeln fällt es leicht, sich davon zu trennen. Bei vielen anderen Dingen kommt man hingegen schon ins Grübeln, ob man dies und das noch braucht, oder ob man sich später einen adäquaten Ersatz anschafft. Jedenfalls haben wir zahlreiche Bücher, CDs, Schallplatten, Geschirr usw. aussortiert. Das sollte nun verschenkt oder bei eBay versteigert werden. Natuerlich haben wir erstmal bei Verwandten und Bekannten nachgefragt, ob sie etwas übernehmen wollen.


Die Fussball-WM hat angefangen und mit ihr kam das heisse Wetter, das etwa neun Wochen anhalten sollte nach Deutschland. Beides dürften wohl die Gründe gewesen sein, dass die Versteigerungen im Internet nicht so gut liefen wie erwartet.


Auch wenn unsere Auswanderung noch nicht sicher ist, haben unsere Wohnung zum 31. August gekündigt. Hoffentlich gehen unsere Zeitberechnungen auf. Dem Vermieter haben wir angeboten, uns um einen Nachmieter zu bemühen. Wenn wir jemanden finden, könnten wir uns über eine Monatsmiete Provision freuen. Also nutzten wir die letzten Semsterwochen für einen Aushang an der Uni. Zwar haben sich einige Leute gemeldet und waren mit der Wohnung auch nach der Besichtigung zufrieden, jedoch hat sich niemand dafür entschieden.


Für Stefans Patenkind Jacob haben wir ein Wandbild (ca. 1,4 x 2 m) mit einem Dschungelmotiv kreiert, welches zu Jacobs Einschulung im August fertig sein soll. Die Arbeit daran machte sehr viel Spass.


Am 27. Juni kamen die Unterlagen, darunter Susannes Arbeitsvertrag. Damit konnten wir endlich das Arbeitsvisum beantragen. Nach einem Anruf von unseren Einwanderungsberatern in Edmonton hat auch Stefan noch einen Antrag auf ein offenes Arbeitsvisum gestellt. Eine Woche später kam jedoch bereits eine Absage mit dem Hinweis, es im Dezember für das kommende Jahr wieder zu versuchen.


























Juli 2006


Selbstverständlich wollten wir uns vor unserer Ausreise noch mit möglichst vielen Verwandten, Freunden und Bekannten treffen. Leider war es nicht möglich, unsere „Besuchsliste“ vollständig abzuarbeiten, aber zum größten Teil hat es doch geklappt. Am 8. Juli empfingen wir Norbert und Birgit aus Freiberg, wozu auch Christl nach Dresden kam. Am folgenden Wochenende nutzten wir die Gelegenheit zu einem Ausflug nach Schönheide zu Renate, wo wir auch Annedore, Andreas sowie Familie Urban wiedersehen konnten.


Am 9. Juli fand das WM-Finale statt. Unsere freundlichen italienischen Nachbarn (vom Restaurant „La Contadina“) hatten ob des gewonnenen WM-Titels allen Grund zum Jubeln. Da zeigten sich erwachsene Männer wieder mal als potentielle Kinder, wie sie topfschlagend durch die Gaststube tanzten. Complimenti! Squadra Azzurra!


25. Juli 2006: Wir haben Post von der Canadischen Botschaft in Deutschland erhalten. Susannes Arbeitsgenehmigung ist eingetroffen, worüber wir sehr glücklich sind. Mehrere Jahre haben wir auf diesen Moment gewartet. Nun konnten wir endlich Termine für die Verschiffung unserer Habseligkeiten machen und Flugtickets buchen. Bereits zwei Tage später haben kam ein Vertreter der Spedition Schenker, um unser Umzugsgut einzuschätzen und ein Angebot auszurechnen. Als Packtag haben wir den 25. August festgelegt. Die mitzunehmenden Bücher, CDs, Bilder, Kleidung, ein paar Küchenutensilien und jede Menge persönliche Andenken werden etwa 5-6 qm Holzkiste füllen. Die Möbel bleiben in Deutschland und werden vom Sozialen Dienst abgeholt. Vielleicht können Bedürftige sie noch gebrauchen und wir sparen uns die Entsorgung.


Auf dem Rückweg von ihrer Wohnmobil-Tour durch die Ukraine und Polen erhielten wir einen Kurz-Besuch von Ursula und Werner aus Waldbrunn. Gemeinsam besichtigten wir die von Touristen übervolle Frauenkirche.
































August 2006


Am 4. August haben wir unsere Flugtickets gebucht. Es war gar nicht so einfach eine Lösung für unsere speziellen Wünsche zu finden. Susanne braucht nur ein Hinflugticket, aber da Stefan zunächst als Tourist einreist, muss er bei der Ankunft in Canada über ein Rückflugticket (datiert spätestens 6 Monate nach der Einreise) nachweisen, daß er das Land auch wieder verlassen wird. Die Hinfluege haben wir dann bei Condor gefunden. Ein günstiges Rückflugticket zu finden war ungleich schwieriger, da die Flugpläne der Chartergesellschaften für 2007 erst im Herbst erscheinen. Das Ausweichen auf einen wesentlich preisintensiveren Linienflug war unvermeidlich. Also buchten wir noch den günstigsten Flug im März 2007 von Toronto nach Frankfurt und zurück. Im Falle eines längeren Touristenvisums oder einer Arbeitserlaubnis für Stefan könnten wir den Flug mit erträglichen Kosten dann stornieren.


In der zweiten Augustwoche haben wir Stefans Patenonkel Christian und seine Frau in ihrem Gartenhäuschen besucht. Bereits am folgenden Tag erhielten wir Besuch von Thomas aus Limburg. Mit ihm und Christl genossen wir ein Kammermusik-Konzert in der Frauenkirche.

Den August nutzten wir auch ausgiebig für Behördengänge und sonstige Formalitäten. Hier ein paar Stichworte: GEZ-Abmeldung, Bankkonto, Auslandskrankenversicherung, Telefonabmeldung, Kontenklärung bei der BfA, Arbeitsamt u.v.m.


Am 19. August haben wir Jacobs Schulanfang in Lauchhammer gefeiert. Er hat sich über unser selbstgemaltes Wandbild sehr gefreut. Doch es wird noch eine weile dauern, bis er es in seinem neuen Zimmer aufhängen kann.


In der vorletzten Augustwoche musste das Sortieren unserer Habseligkeiten abgeschlossen sein, da die Speditionsfirma am 25. August zum einpacken kommen sollte. Das haben wir natürlich mit grossen Anstrengungen auch hinbekommen. Alles was wir mitnehmen wollten, konzentrierten wir an drei verschiedenen Orten unserer Wohnung: Kleiderschrank, Arbeitszimmer und Küchenschrank. Damit wurde unser zeitweiliges Chaos übersichtlicher. Die zwei Einpacker von Schenker kamen pünktlich und haben nur drei Stunden gebraucht, um unsere Sachen in Kisten zu sortieren und im LKW zu verstauen.


Trotz der „heissen“ Umzugsphase hatten wir Zeit für ein gemütliches Grillen mit den Dresdner Verwandten in Omsewitz und für einen Besuch bei Junghänels in Birkenrode.


Am 26. August erlebten wir das Höhenfeuerwerk mit Musik am Elbufer, welches zur 800-Jahrfeier Dresdens stattfand. Vorher waren wir kurz in Lauchhammer, um einige Sachen hinzubringen. Dabei konnten wir schnell noch persönliche Geburtstagswünsche vorbeibringen.


Drei Tage vor der Wohnungsübergabe kamen drei „Kameraden“ vom sozialen Dienst und holten die Küchenmöbel, das Bett, einen Kleiderschrank und die Wohnstubenschränke. Der restliche zu entsorgende Kleinkram schafften wir zum Wertstoffhof. Ausserdem brachten wir noch Klavier, Fernseher, Musikanlage usw. gemeinsam mit Stefans Bruder nach Lauchhammer. Nun war die Wohnung fast leer und der Malermeister konnte mit dem Streichen der Wände und Decken beginnen. Er brauchte zwei halbe Tage, welche wir dafür nutzten, die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Vielen Dank auch an Oma Inge, die uns in den letzten zwei Tagen in Dresden aufgenommen und verpflegt hat.


Bei der guten Vorbereitung war die Wohnungsübergabe lediglich Formsache. Unsere Mietkaution wurde auch gleich freigegeben. Die nächsten Wochen bis zum Tag unserer Ausreise werden wir bei Stefans Mutti in Lauchhammer verbringen.


Fortsetzung in: